Für alle Fälle gerüstet: die Lehrertasche

Gestern hab ich erst über den krummen Rücken von schweren Lehrertaschen geschrieben und schon heute zahlt es sich aus, was man alles so in seiner Tasche herumträgt:
Gegen meinen Hustenreiz half ein Salbeibonbon und der Kursteilnehmerin, die sich geschnitten hatte, ein Heftpflaster. Die Frau von der Ausländerbehörde brauchte ein Taschentuch und dass die rote Kreide alle war – kein Problem, ein paar Notstücke hat man doch immer dabei.
Da fiel mir wieder eine Geschichte ein, die ich vor Jahren auf einer Studentenkonferenz in Dresden gehört hatte: “Die Tasche einer Dozentin” von Dorothea Spaniel. Ich wette, viele Lehrer/innen (wobei ich mir sicher bin, dass Frauen immer noch ein bißchen besser ausgerüstet sind) können das sehr gut nachempfinden.

Da steht sie, wie jeden Morgen. Wieviel Kilo wird sie heute wiegen? Ob sie den heutigen Tag überhaupt noch überleben wird? Oder wird der „Boden unter ihren Füßen“ durchbrechen? Kann dieses Buch noch hinein? Vielleicht sollte ich die Wasserflasche doch lieber in die Hand nehmen. Viele Fragen, aber keine Antwort?
Da steht sie, wie jeden Morgen – die gepackte Tasche und wartet. Sie ist aus Leder und passt damit nur selten zur Farbe der Kleidung ihrer Trägerin und noch seltener zum Make-up. Sie hat weder das Design einer schnittigen Laptop-Tasche noch lässt sie sich bequem als Rucksack auf dem Rücken tragen oder als Fahrradtasche festbinden.
Sage mir, welche Tasche du trägst und ich sage dir, wer du bist. Weiterlesen »

Erstellt am Mittwoch 12. November 2008
Unter: Anekdoten, DaF-Unterricht (für Lehrende) | 3 Kommentare »